Nur kurz am Felsbogen vorbeischauen oder lohnt es sich, länger zu bleiben? Wir waren an der Spitzkoppe in Namibia und fassen für dich alles zusammen: Anreise, Übernachtung, beste Reisezeit, Wanderungen und ehrliche Tipps. Damit du deinen Besuch stressfrei planen kannst.
auf unserer 3-wöchigen Namibia Rundreise konnten wir die besten Safari-Routen zwischen Dünen und Nationalparks für dich austüfteln. Hier findest du unsere Tipps für dein nächstes Wüsten-Abenteuer.
Was erwartet dich? Mächtige Granitfelsen, Felsmalereien der San und Wanderungen direkt vor der Haustür. Der Beiname „Namibias Matterhorn“ kommt nicht von ungefähr.
Lohnt sich die Spitzkoppe? Ja, vorausgesetzt du übernachtest. Nur für ein Foto am Felsbogen anzuhalten, wäre uns zu wenig.
Wie viele Tage? Wir raten zu 2 Nächten, denn die Wanderungen meldest du am Vortag an der Rezeption an und Start ist meist schon um 8 Uhr.
Egal, ob du aus Swakopmund, Windhoek oder dem fernen Etosha Nationalpark im Norden anreist, der Weg zur Spitzkoppe hält wunderschöne Landschaften für dich bereit.
Von Swakopmund:
Entfernung: ca. 150 km Richtung Osten
Straßenverlauf: Asphaltierter Weg bis Usakos, dann Schotterpiste bis zum Camp
Fahrtdauer: etwa 2 Stunden
Von Windhoek:
Entfernung: ca. 260 km Richtung Nordwesten
Straßenverlauf: Teerstraßen bis Usakos, danach Schotterpiste zum Camp
Fahrtdauer: etwa 3 bis 3,5 Stunden
Vom Etosha Nationalpark:
Entfernung: ca. 470 km Richtung Süden
Straßenverlauf: Teerstraßen bis außerhalb von Usakos, anschließend Schotterpiste
Fahrtdauer: etwa 6 Stunden
Letzter Abschnitt:
Endet immer auf einer Schotterpiste ab Usakos, gut für normale Fahrzeuge geeignet
Landschaftlich reizvolle Strecke, Spitzkoppe schon von Weitem sichtbar
Dann würden wir uns riesig freuen, wenn du dein Hotel, Mietwagen oder Ticket über unsere Empfehlungslinks (mit * markiert) hier buchst. Du zahlst keinen Cent mehr, aber wir bekommen eine kleine Provision. So können wir noch mehr Blogartikel für dich veröffentlichen 🧡
Campingplatz
Der Großteil des Gebietes der Spitzkoppe-Berge wird von der lokalen Community betrieben, auch wenn es einen anderen Investor dafür gibt. Trotzdem finden wir es cool, dass die Trinkgeldeinnahmen und Jobs auch in der Community bleiben, die hier seit Generationen lebt. Es gibt übrigens nur einen Campingplatz direkt bei den Spitzkoppe-Bergen und diesen solltest du am besten weit im Voraus buchen. Auch ohne Übernachtung kommst du gegen eine kleine Eintrittsgebühr tagsüber zum Felsbogen, Rock Pool und zu den Felsmalereien.
Unsere Wahl: Spitzkoppe Community Restcamp
Es war der günstigste und schönste Campingplatz unserer Namibia-Reise, obwohl es am wenigsten Komfort gab. Die Stellplätze liegen weit verteilt zwischen den Granitfelsen, jeder direkt unter den Felsen und mit viel Privatsphäre. Sonnenauf- und -untergänge sind hier der Hammer.
Zum Duschen fährst du meist zur Rezeption. Umständlich ja, schlimm fanden wir es nicht. Zähneputzen und Abspülen legst du einfach auf die Zeit, wenn du sowieso dort bist.
kein fließendes Wasser oder Strom am Stellplatz, nur ein Plumpsklo (teils für zwei Plätze)
saubere Duschen, Waschhaus und Restaurant an der Rezeption
viel Privatsphäre, richtig schöne Stellplätze
WLAN nur im Restaurant
Kosten: 26 €/Nacht
Verteilung der Stellplätze
Es gibt nur wenige Stellplätze und die sind schnell weg. Buch das Spitzkoppe Community Restcamp deshalb früh. Einen festen Platz kannst du nicht reservieren, es gilt „First Come – First Serve“. Nach dem Check-in an der Rezeption suchst du dir einen freien Stellplatz und markierst ihn mit Tisch und Stühlen.
Welcher Stellplatz in beim Spitzkoppe Restcamp am besten?
Schön sind alle, bei ein paar ist der Blick auf die Spitzkoppe oder den Felsbogen aber besonders schön. Unsere Favoriten:
Stellplatz 9 bis 11: schöner Sonnenuntergang direkt unter der Großen Spitzkoppe
Stellplatz 4 bis 6: starker Sonnenaufgang mit Blick auf die angeleuchtete Spitzkoppe, der „Arch“ ist zu Fuß erreichbar
Update: Die Stellplätze 2 bis 5 direkt am „Arch“ dürfen Einzelfahrzeuge nicht mehr reservieren, sie sind größeren Gruppen vorbehalten.
Bei den Spitzkoppe-Bergen gibt es keine große Ortschaft mit einer großen Auswahl an Unterkünften. Es gibt seit Kurzem genau eine Lodge, die auch direkt bei den Felsen liegt. Wenn du also nicht mit dem Camper, sondern mit einem normalen Mietwagen unterwegs bist, dann können wir dir diese Unterkunft bei Spitzkoppe sehr empfehlen.
Unsere Wahl: Spitzkoppe Cabin Camp
Man schläft beim Spitzkoppe Cabin Camp hier in einem kleinen, privaten Bungalow direkt bei den Granitfelsen. Allerdings hast du kein privates Bad, sondern zwei Bungalows teilen sich immer ein Waschhäuschen. Es ist also jetzt nicht ultra luxuriös, aber dafür könnte es landschaftlich nicht schöner sein. Du kannst entweder im Restaurant essen oder Kochutensilien leihen und dort selbst kochen. Beim abendlichen Grillen schaust du direkt auf die Spitzkoppe-Berge.
private Bungalows mit Gemeinschafts-Waschräumen
man kann selber grillen (vorher einkaufen dafür) oder das Restaurant des Campingplatzes nutzen für Frühstück und Abendessen
Gerade zur Hochsaison ist es sinnvoll, den Campingplatz oder die Lodge unbedingt im Voraus zu buchen, denn sie sind sehr schnell ausgebucht! Die Wanderungen dort kannst du nicht im Vorfeld buchen, musst du auch gar nicht.
Ist Spitzkoppe gefährlich?
Nein, beide Unterkünfte werden direkt von der lokalen Community bei Spitzkoppe betrieben, dadurch hat die Community natürlich ein eigenes Interesse daran, dass keine Diebstähle oder Einbrüche stattfinden. Du musst dir hier also keine Gedanken machen.
Wenn du zur Spitzkoppe fährst, wirst du immer wieder Kinder und Erwachsene sehen, die mit Wasserkanistern winken und versuchen, Autos aufzuhalten. Sie betteln nicht um Geld, sondern um Wasser. Wenn du also noch ein paar übrige Wasserkanister oder Wasserflaschen im Auto hast, halte an und teile. Das ist wirklich nicht viel für uns und die Menschen dort freuen sich über neues Trinkwasser.
Damit du deine Reise nach Spitzkoppe noch besser planen kannst, haben wir alle weiteren Tipps zu Sim-Karte, Geld abheben und vielem mehr in einem separaten Namibia-Artikel für dich zusammengefasst.
Und damit du in Spitzkoppe auch nichts vergisst, findest du hier die perfekte Namibia-Packliste. Du kannst dir die Packliste sogar als PDF runterladen und ausdrucken.
Selbst planen ist nicht dein Ding? Kein Problem! Mit uns kannst du jetzt auch deine Reise individuell planen & buchen lassen. Dabei setzt ein persönlicher Reiseexperte all deine Wünsche für Namibia um. Und du? Lehnst dich einfach zurück und freust dich auf deine Reise! 🤩
Welche Orte an der Spitzkoppe echte „Highlights“ sind, wo sich ein Stopp „Lohnt“ und was eher „Optional“ bleibt, siehst du in unserer Tabelle. Viele Spots liegen 2 bis 3 km auseinander, deshalb haben wir dir zusätzlich eine Spitzkoppe-Karte mit Sehenswürdigkeiten, Wanderungen und dem Campingplatz erstellt.
So kannst du die Karte optimal nutzen (aufklappen)
Möglichkeit 1: Klick oben rechts auf das Rechteck und speichere dir die komplette Karte mit allen Sehenswürdigkeiten in Google Maps ab.
Möglichkeit 2: Klicke auf einzelne Sehenswürdigkeiten, dann öffnet sich links ein Ausklappmenü. Darüber kannst du die Sehenswürdigkeit „in Google Maps öffnen“ und dort als Favorit abspeichern.
Rund um die Spitzkoppe-Felsen gibt es ein paar coole Felsformationen und Felsmalereien, die du einfach mit dem Auto auf eigene Faust erreichen kannst, aber es gibt auch ein paar längere Wanderungen (mit und ohne Guide) und die möchten wir dir hier vorstellen.
Die Große Spitzkoppe, die Pontok-Wanderung und den Bird Hike sind nur mit Guide möglich. Melde dich dafür am Vortag an der Rezeption, dort wird ein Guide organisiert. Start ist jeweils morgens um 8 Uhr.
Alternativ kannst du auf der ebenen Fläche auch einfach alleine mehrere Kilometer rumspazieren, um dir die Beine zu vertreten. Vor allem zum Sonnenuntergang werden die Granitfelsen und der Himmel in ein wunderschönes Licht getaucht und es lohnt sich, ein paar Schritte zu sammeln.
Highlight
1. Große Spitzkoppe
Strecke & Höhenmeter
geschätzt 650hm, 4km
Dauer
4 Stunden
Schwierigkeit
schwer, halbe Kletterei, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
hinweis
nur mit Guide, kostet 600 NAD (29€) p.P. + Trinkgeld Guide
Auf der Suche nach richtigem Abenteuer? Dann passt die Tour auf die Große Spitzkoppe perfekt. Als schwerste Tour von allen verlangt sie Wander- und Klettererfahrung plus Schwindelfreiheit. Du ziehst dich ohne Sicherung an Seilen hoch und kletterst auf Händen und Füßen über massive Felsen. Ziemlich fordernd, aber trotzdem macht es riesig Spaß.
Unter den Wanderungen an der Spitzkoppe gilt sie für Abenteuerlustige klar als Highlight. Treffpunkt ist um 8 Uhr an der Rezeption, danach geht’s mit dem Guide zu Stellplatz 11. Ohne ihn wären wir verloren gewesen, weil der Weg nicht markiert ist und querfeldein nach oben führt. Morgens hält die Route Schatten und der Ausblick wird mit jedem Höhenmeter besser.
Die Tour endet kurz vor dem Gipfel auf einem engen, windigen Vorsprung. Pausen legst du deshalb besser vorher ein, denn beim flotten Abstieg muss jeder Tritt sitzen.
Highlight
2. Bushman`s Paradise
Strecke & Höhenmeter
1km, 100hm
Dauer
1 Stunde
Schwierigkeit
einfach
hinweis
auf eigene Faust möglich
Beim Bushman’s Paradise kommst du ganz ohne Guide zurecht und kannst für den gesamten Weg rund eine Stunde einplanen. Der Aufstieg über die Chains (Ketten zum Festhalten) dauert etwa zehn Minuten und ist gut machbar, und oben warten Felsmalereien, die 2000 bis 4000 Jahre alt sind.
Die Granitlandschaft dort oben ist so schön, dass wir einfach noch ein Stück weitergelaufen sind. Diese Wanderung zählt zu den Must-Sees, weil du hier Felsmalereien und Aussicht ohne großen Aufwand verbindest.
Zum Startpunkt der Wanderung fährst du mit dem Auto an Stellplatz 17 und den Old Graves vorbei bis zum Parkplatz. Bist du unsicher, dann lass dir den Weg an der Rezeption erklären.
Unser Tipp: Nach den Chains hast du guten Handyempfang, deshalb hängen hier auch ein paar Guides ab. Willst du das WLAN im Restaurant sparen, nutzt du hier kurz dein Handy.
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Deutlich entspannter als die Kraxelei auf die Große Spitzkoppe ist die Pontok-Wanderung. Der Pontok ist ihr etwas kleinerer Bruder und hat einen einfachen, gut begehbaren Pfad. Ideal, wenn du lieber wanderst als kletterst.
Beim Aufstieg blickst du immer wieder auf die Große Spitzkoppe, die in den Morgenstunden im schönsten Licht leuchtet. Genau dieser Anblick hat uns überzeugt, weshalb sich die Tour auch ohne Kletterei lohnt.
Auch hier brauchst du einen Guide. Am Wandertag triffst du ihn an der Rezeption und ihr fahrt dann gemeinsam zum Startpunkt.
Lohnt sich
4. Bird Hike
Strecke & Höhenmeter
unbekannt, ebene Fläche
Dauer
3-4 Stunden
Schwierigkeit
leicht
hinweis
nur mit Guide, Kosten: 400 NAD (20€)
Der Bird Hike, auch bekannt als Herero Chat, startet morgens mit Guide und eignet sich gut, wenn du einen entspannten Pfad bevorzugst. Ohne Höhenmeter führt der Weg gemütlich durch den Park, und beim Sonnenaufgang kannst du in Ruhe die Vogelwelt beobachten.
Du bist etwa 3 bis 4 Stunden unterwegs, also einen halben Tag. Für 400 NAD (20 €) pro Person bekommst du eine geführte Tour und lernst dabei einiges über Kultur, Tiere und die Menschen vor Ort.
Wer die Kletterei auf die Große Spitzkoppe zu wild findet, für den ist der Bird Hike unserer Meinung nach eine starke Alternative. Magst du frühe Starts und Tiere, lohnt sich diese Spitzkoppe Wanderung.
Optional
5. Klettern mit Seil
Auch zum Klettern mit Seil gibt es an der Spitzkoppe ein paar Möglichkeiten. Rund um die Bergkette haben wir auf dem Campingplatz-Gelände Kletterrouten gesehen und auch Kletterer getroffen.
Weil du dafür Klettererfahrung brauchst, stufen wir das als optional ein, also eher als Extra für alle mit dem nötigen Können. Interesse? Frag am besten direkt an der Rezeption nach.
Das Areal des Spitzkoppe Community Restcamps ist riesig und darf auch von Tagesbesuchern besucht werden. Um zu den anderen coolen Felsmalereien oder Felsen zu kommen, ist es am einfachsten, wenn du mit dem Auto von A nach B fährst, denn die Spots liegen schnell mal 2-3 Kilometer voneinander entfernt. Folgende Sehenswürdigkeiten kannst du easy mit dem Auto erreichen und selbst erkunden.
Highlight
6. Arch Bridge
Der Arch, auch Bridge genannt, ist eine natürliche Steinbrücke und für uns ein klares Highlight an der Spitzkoppe. Die Felsformation wirkt wie von der Natur gemeißelt und liefert dir neben einem starken Fotospot auch einen weiten Blick über die ganze Umgebung.
Vom Parkplatz aus siehst du den Felsbogen schon und bist in 2 Minuten zu Fuß dort. Besonders schön wird es bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, wenn das Licht die Felsen in warme Töne taucht. Willst du den Felsbogen als Rahmen nutzen, kommst du am besten nachmittags, denn dann leuchtet im Hintergrund der Pontok.
Unser Tipp: Campst du an der Spitzkoppe in Namibia auf einem der Stellplätze 4 bis 7, kannst du zu Fuß zum Felsbogen spazieren, sobald die Tagestouristen weg sind.
Lohnt sich
7. Rock Pool
Nur unweit vom Arch liegt der Rock Pool, ein natürlicher Pool mitten zwischen den Granitfelsen. Du erreichst ihn vom Parkplatz bei Stellplatz 2 über eine ganz kurze Wanderung.
Zum Baden hat er uns Ende April leider nicht eingeladen, weil das Wasser eher dreckig war und sich hunderte Kaulquappen darin tummelten. Die Aussicht ist trotzdem schön, deshalb lohnt sich der kurze Abstecher.
Richtig gut wird es, wenn du zum Sonnenaufgang am Rock Pool vorbei bis auf den Gipfel des Felsens weiterwanderst. Von dort fängst du die ersten Sonnenstrahlen ein und blickst auf die Spitzkoppe und die Landschaft im warmen Morgenlicht.
Lohnt sich
8. Small Bushman’s Paradise
Am Parkplatz von Small Bushman’s Paradise warten die Guides auf dich und zeigen dir die uralten Höhlenmalereien. Die Führung dauert etwa 30 Minuten und ist kostenlos, ein Trinkgeld ist aber mehr als fair.
Unser Guide beim Small Bushman’s Paradise war unglaublich engagiert und hat uns tief in die Geschichte des Ortes und die Details der Malereien eingeweiht. Besonders hängen geblieben ist uns seine Einführung in die Klicksprache der Einheimischen.
Die Malereien geben dir einen lebendigen Eindruck davon, wie die Menschen hier vor langer Zeit gelebt haben. Interessierst du dich für Kultur und Geschichte, lohnt sich dieser Stopp an der Spitzkoppe auf jeden Fall.
Optional
9. Guided Area
Auf der Campingplatz-Karte und bei Google Maps sind uns noch weitere Spots aufgefallen, die zur Guided Area gehören. Darunter zum Beispiel die Golden Snake, die Daub Cave oder der Three Leg Rock. Das Areal zählt zur Spitzkoppe Lodge und lässt sich auf Anfrage an der Rezeption sicher auch mit Guide ansehen.
Weil du dafür extra nachfragen musst, ist die Guided Area für uns eher optional. Bist du länger vor Ort oder schläfst du in der Lodge, kannst du diese Sehenswürdigkeiten an den Spitzkoppe-Bergen aber gut noch mitnehmen.
Die besten Reisetipps für dich aufzuschreiben macht uns unglaublich viel Spaß, kostet aber auch viel Zeit und – Überraschung – Kaffee! Wenn du unsere Arbeit schätzt, fülle doch gerne unsere Kaffeekasse etwas auf und spendiere uns ein Käffchen oder zwei 🤗
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