Entlang der Route
Auf der Southern Scenic Route auf der Südinsel von Neuseeland gibt es so einige Sehenswürdigkeiten, die du entdecken kannst. Sie führt an Küstenabschnitten vorbei, wie an der bekannten Otago-Küste, den abgelegenen Catlins oder auch durch das Fjordland. Dabei kommst du an verschiedenen Orten vorbei, wie dem versteinerten Wald am Curio Bay, an Wasserfällen wie den Purakaunui Falls, und den Cathedral Caves, und findest ganz viel unberührte Natur auf der Stewart Island und im Rakiura-Nationalpark.
Die Otago-Halbinsel liegt direkt im Stadtgebiet von Dunedin und lässt sich perfekt mit einem Stadtbesuch kombinieren. In der Sandfly Bay sind Robbensichtungen möglich, am Allans Beach findest du unberührte Natur, und am Taiaroa Head warten die schroffen Klippen an der äußersten Spitze der Halbinsel. Ganz am Ende steht das Royal Albatross Centre, der einzige Ort weltweit, an dem du Königsalbatrosse so nah an Land beobachtest.
Für uns ist die Otago-Halbinsel ein Highlight entlang der Southern Scenic Route und darf auf keiner Route fehlen. Uns hat vor allem die Mischung aus Stadtnähe und wilder Küste fasziniert. Wenn dich die Gelbaugenpinguine interessieren, können wir dir die „Clearwater 60 min Wildlife Tour“ (hier vorab buchen) empfehlen. Der Anbieter fährt in kleinen Gruppen nach Cape Saunders und achtet auf Artenschutz.
Unser Tipp: Das kleine Besucherzentrum am Albatross Centre erklärt liebevoll, wie viel Engagement hinter dem Schutz der Vögel steckt.
Curio Bay und Porpoise Bay liegen direkt nebeneinander, sind aber grundverschieden. In der Curio Bay siehst du bei Ebbe einen versteinerten Wald, der über 180 Millionen Jahre alt ist. Gleich daneben liegt die Porpoise Bay an der Südküste, in der oft die winzigen Hector-Delfine auftauchen, teils kannst du sogar mit ihnen schwimmen. Vom Lookout oberhalb hast du beide Buchten im Blick, uns ist dieser Kontrast nirgendwo sonst entlang der Southern Scenic Route so bewusst geworden.
Zusammen zählen Curio & Porpoise Bay zu den Must-See’s entlang der Southern Scenic Route in Neuseeland und sind auf keiner Catlins-Tour wegzudenken. Beachte unbedingt die Gezeiten, bei Flut verschwindet der versteinerte Wald unter Wasser. Die aktuellen Zeiten findest du in dieser Gezeiten-Tabelle.
Unser Tipp: Plane deinen Stopp so, dass du Ebbe erwischst und direkt im Anschluss zum Lookout hochgehst. So siehst du erst den Wald aus der Nähe und danach die Delfine von oben.
Mit drei breiten Stufen und knapp 20 Metern Fallhöhe sind die Purakaunui Falls die bekanntesten Wasserfälle entlang der Southern Scenic Route. Vom Parkplatz führt ein kurzer Weg durch Farnwälder, in denen es nach feuchter Erde und Moos duftet, nach rund 10 Minuten stehst du am Wasser. Unten kannst du durch das seichte Becken entlangschlendern.
Für viele sind die Purakaunui Falls der Inbegriff der wilden und ursprünglichen Catlins. Deshalb gehören sie klar zu den Highlights und müssen auf jede Catlins-Route.
Unser Tipp: Komm möglichst früh am Morgen, dann hast du den Wasserfall oft für dich allein. Bei unserem Besuch saß eine Frau direkt am Wasser und meditierte, treffender lässt sich die Atmosphäre kaum beschreiben.
Mit seiner mächtigen Fjord-Kulisse gehört der Milford Sound zu den eindrucksvollsten Orten Neuseelands. Schon der Weg führt durch grüne Täler und spiegelnde Seen, bevor sich die Berge immer gewaltiger auftürmen. Erst eine Bootstour macht die Dimensionen greifbar, wenn du als winziges Boot unter gigantischen Klippen schipperst, Seehunde auf den Felsen beobachtest und mit Glück Delfine entdeckst.
In unserem Ranking ist er DIE Sehenswürdigkeit entlang der Southern Scenic Route. Du machst entweder von Te Anau aus eine Bootstour (flexibel, aber mit Parkgebühren), alternativ buchst du eine bequeme Tagestour ab Te Anau per Minivan samt Boot und Lunch oder bei knapper Zeit eine Ganztagestour ab Queenstown per Reisebus, wobei du dich auf kühles, nasses Wetter einstellen solltest.
Unser Tipp: Weiche bei Regen nicht aus, denn wir waren selbst bei strömendem Regen dort und die Wasserfälle, die die Felswände hinabstürzen, sorgten für Gänsehaut.
Auf der Southern Scenic Route in Neuseeland lohnt sich ein Stopp an den Moeraki Boulders unbedingt, und zwar nicht nur fürs schnelle Foto. Direkt an der Moeraki Boulders Road findest du einen großen öffentlichen Parkplatz, von dem ein kurzer Weg zum Koekohe Beach führt, wo die riesigen, kugelrunden Felsen mystisch verstreut im Sand liegen. Jeder Brocken wiegt mehrere Tonnen und ist teilweise bis zu zwei Meter groß.
Wissenschaftlich sind es Calcit-Konkretionen, die sich vor rund 65 Millionen Jahren im Meeresboden gebildet haben. Die Māori erzählen eine andere Geschichte, nach der die Steine uralte Flaschenkürbisse vom gestrandeten Reisekanu Araiteuru sind. Wir fanden beide Perspektiven spannend und würden dir eine halbe Stunde bis Stunde empfehlen, damit du am Strand entlangschlendern und die größten Boulders in Ruhe anschauen kannst.
Der kleine Leuchtturm auf dem Hügel hat uns am Nugget Point sofort begeistert. Am kostenlosen Parkplatz startet ein ausgebauter Weg bergauf, in ca. 10 bis 20 min bist du oben zwischen kurvigen Straßen und steilen Klippen mit Blick auf das tiefblaue Meer.
Der Turm selbst war abgesperrt, aber vom Lookout daneben siehst du die berühmten „Nuggets“, kleine Felseninseln, die verstreut aus dem Wasser ragen. Mit etwas Glück tauchen hier sogar Robben oder Delfine auf, wir selbst haben dort Robben beim Sonnen entdeckt. Insgesamt ist der Nugget Point ein lohnender Stopp, der mehr bietet als nur eine Kulisse.
Namenstreu wirken die Cathedral Caves am Waipati Beach wie das Kirchenschiff einer Naturkathedrale. Vom öffentlichen Parkplatz führt ein Wanderweg über privates Land, der ca. 5 km lang ist und pro Strecke 30 bis 45 min braucht, für die Nutzung ist eine kleine Gebühr fällig. Vor Ort reichen weitere 0,5 bis 1 Stunde, je nach Gezeiten.
Wir fanden die Caves beeindruckend, würden dir als günstigere und ebenso schöne Alternative aber auch den Tunnel Beach empfehlen, dessen Zugang bislang völlig kostenlos ist. So bleiben die Cathedral Caves ein lohnender Umweg, sofern du die Gezeiten im Blick hast.
Unser Tipp: Der Zugang ist nur bei Ebbe möglich, deshalb check die Gezeitenzeiten unbedingt vorab.
Zwischen Papatowai und Tautuku Bay schlängelt sich die Southern Scenic Route durch dichten Regenwald, bevor sich die Landschaft öffnet und die Bucht in voller Breite vor dir liegt. Der Florence Hill Lookout liegt direkt an der Straße, der kleine Parkplatz ist schnell gefunden.
Uns hat die Panoramaaussicht auf die Tautuku Bay sehr gefallen, der Florence Hill ist damit ein lohnender Zwischenstopp und einer der stillsten Momente entlang der Southern Scenic Route.
Der Name klingt erst mal gruselig, aber „Cannibal Bay“ ist absolut ungefährlich. Bekannt ist der Strand für seine Seehundkolonien, die oft in der Sonne dösen oder im flachen Wasser planschen. Ein kleiner Abzweig von der Southern Scenic Route führt über Schotter dorthin, aber die Mühe lohnt sich. Vor Ort haben wir einen Spaziergang barfuß am Strand gemacht und die Robben in Ruhe beobachtet.
Mitten im Catlins Forest, nicht weit von der Southern Scenic Route entfernt, stürzen die McLean Falls in mehreren Stufen über moosbewachsene Felsen. Den kostenlosen Parkplatz findest du an der Rewcastle Road, die vom Chaslands Highway abzweigt, hier kannst du bei Bedarf noch einmal die Toilette nutzen. In nur etwa 20 Minuten läufst du durch dichten grünen Wald bis zum Wasserfall.
Nach Regenfällen oder bei Nebelschwaden im Wald wirkt der Wasserfall noch schöner, und genau diese Stimmung hat uns überzeugt. Der Abstecher lohnt sich definitiv.
Ganz am südöstlichen Zipfel der Southern Scenic Route liegt der Waipapa Point mit einem der ältesten Leuchttürme Neuseelands, gebaut nach einem tragischen Schiffsunglück Ende des 19. Jahrhunderts. Direkt vor Ort gibt es einen kostenlosen Parkplatz, von dem es nur wenige Meter zum Lookout oberhalb des Strandes sind, wo du oft Robben im Sand liegen oder durchs Wasser gleiten siehst.
Uns hat die einsame, friedliche Stimmung dieses Orts wirklich gut gefallen. Für deine klassische Route ist dieser Stopp aber optional, weil er weit abseits der Hauptachse ganz unten im Südosten liegt. Hast du genug Zeit im Süden, ist der kleine Umweg schnell gemacht.
Wer ans Ende Neuseelands will, fährt nach Stewart Island, Neuseelands drittgrößter Insel rund 30 Kilometer südlich der Südinsel. Erreichen kannst du sie per Express-Katamaran von RealNZ ab Bluff in etwa einer Stunde, dein Auto parkst du am Hafen, denn eine Autofähre für Touristen gibt es nicht.
Für die klassische Route ist Stewart Island optional, weil der Abstecher mindestens einen zusätzlichen Tag kostet. Hast du Zeit, erwarten dich der Rakiura Nationalpark, das südlichste Dark Sky Sanctuary mit perfektem Blick auf den Sternenhimmel und mit viel Glück ein Kiwi in der Nacht, den du auf einer geführten Nachttour mit Guide auch gezielt suchen kannst (vorab buchen). Uns hat die Ruhe dort richtig gut gefallen.
Kommentare