Auschwitz-Birkenau: Besuch der Gedenkstätte und des Museums

28. August 2019 Nina von traveloptimizer

Auschwitz-Birkenau: Besuch der Gedenkstätte und des Museums

In den zwei Arbeits- und Vernichtungslagern Auschwitz I und Auschwitz II wurden zwischen 1939 und 1945 fast 1.500.000 Frauen, Männer und Kinder getötet. Diese Zahl muss man sich erst mal vor Augen führen! Die meisten von Ihnen waren Juden. Diesen Völkermord sahen die Nazis als „Endlösung der Judenfrage“. Die rassistische Ausrottungspolitik fand durch Hungersnöte in den Ghettos, Massenexekutionen und schließlich die im großen Maßstab angelegte Vergasung in einigen Vernichtungslagern statt. Auschwitz war das größte von ihnen.

Wir haben während unseres dreitägigen Städtetrips nach Krakau beschlossen, die Gedenkstätten  Auschwitz und Birkenau zu besuchen. Wir wussten, was auf uns zukommt und wir wussten auch, dass es kein emotionales Kinderspiel wird.

Unsere Tour haben wir hier im Vorfeld gebucht!*

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Möglichkeiten Auschwitz und Auschwitz-Birkenau zu besichtigen

Wir buchten also Tickets für Auschwitz im Vorfeld und entschieden uns für eine Halbtagestour.* Es gibt zahlreiche geführte Touren, Halb- und Ganztagestouren. Wir haben uns für ein Ticket ohne Guide nur mit Transfer entschieden, da wir die Orte lieber selbst mit dem Infobuch in unserer eigenen Geschwindigkeit erkunden wollten.

Nach 1,5 Stunden Fahrt waren wir erst in Auschwitz II und im Nachhinein Auschwitz I. Beide Gedenkstätten sind kostenlos, allerdings muss man sich für Auschwitz I registrieren lassen. So richtig realisiert, was für ein unbeschreiblich grausamer Ort das hier gewesen sein muss, haben wir erst, als wir auf den Schienen entlang Richtung Lager-Eingang gingen. Vor uns erschien plötzlich eine riesige Fläche voller Ruinen der alten Baracken, in denen die jüdischen Gefangenen untergebracht waren. Als wir Mitten auf dem Gelände standen lief uns erst einmal ein kalter Schauer über den Rücken!

Auschwitz II – Birkenau

Nachdem das erste Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz I nicht mehr ausreichte, wurde im Herbst 1941 nur wenige Kilomenter entfernt eine neue Vernichtungsstätte gebaut. Diese war mit 140 ha,  vier großen Gaskammern mit Krematorien das größte deutsch nazistische Konzentrationslager für Häftlinge verschiedener Nationalitäten. Bis zu 190.000 Häftlinge befanden sich gleichzeitig im Lager. Auf dem Platz, wo einst zahlreiche Barracken standen, sieht man heute nur Ruinen und einige rekonstruierte Gebäude. Die viele von Ihnen wurden bei Einmarsch der roten Armee von den Nazis selbst zerstört, um die grausamen Taten zu verschleiern.

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Wir hatten 1,5 Stunden Zeit Auschwitz II selbst zu besichtigen und lasen dabei immer wieder in unserem kleinen Büchlein nach, das wir zu Beginn der Tour bekamen. Unbeschönigt stehen dort die Abläufe der Massenvernichtung der Juden drin. Gleichzeitig exakt an diesem Ort zu stehen, an dem vor nicht mal 80 Jahren so viele Menschen ihr Leben verloren haben, ist sehr bedrückend. Viele moralische Fragen kommen uns plötzlich in unseren Köpfen. Was mag wohl in den Köpfen der Menschen vorgegangen sein, sowohl in denen der Täter als auch Opfer?

Ausschwitz I

Mit dem Bus ging es dann weiter nach Auschwitz I, das ehemalige Arbeitslager. Nach 30 Minuten Anstehen und strengen Einlasskontrollen standen wir plötzlich unter dem Schild „Arbeit macht frei“. Im Vergleich zu Auschwitz II muss man sich für die Besichtigung von Auschwitz I registrieren lassen. Die Baracken hier sind deutlich besser erhalten und wurden so zum Museum umfunktioniert. Hier sind viele Original-Koffer, Dokumente, Bilder, Brillen, und anderen Gegenstände ausgestellt.

Neben den Baracken und endlosen Stacheldrahtzäunen erscheint ganz unscheinbar plötzlich ein Kamin aus einem mit Gras bedecktem Dach. Diese Gaskammer mit Krematorium kann auch besichtigt werden. Dort standen wir nun: In einer der grausamsten Räume der Welt. Ein Schauer lief uns über den Rücken als wir uns in der ehemaligen Gaskammer umsahen. Wir entdeckten das Guckloch in der Tür, durch das die SS das Giftgas „Zyklon B“ einwarf, die Fake-Dusch-Attrappen und die Kratzspuren an der Wand. Ein paar Schritte weiter konnten wir die nachgebauten Verbrennungsöfen sehen. Wieder kamen viele Fragen und ein kalter Schauer!

Besonders grausam fanden wir auch Block 10. Dort fanden damals im Keller medizinische Experimente statt. Ein Ort wie aus dem Horrorfilm – nur leider mit wahrer Begebenheit.

Unser Fazit zu Auschwitz

Zusammengefasst muss man sagen, dass ein Ausflug zur Gedenkstatte Auschwitz-Birkenau sehr bewegend ist. Es ist definitiv kein schöner Ausflug, aber dennoch empfehlenswert.

„Those who are not remember the past are condemned to repeat it!“ – George Santayana

Viele bezeichnen die Gedenkstätte als „schwarzen Tourismus“, doch wir finden, es ist wichtig sich zu erinnern und solche Plätze zu besuchen. Es sollte nicht in Vergessenheit geraten. Die Stadt Krakau hat Geschichte zu erzählen und wenn man dort ist, sollte man diese keineswegs weglassen – ebenso wenig wie die polnischen Spezialitäten und die anderen Sehenswürdigkeiten in Krakau!

Wer keine Zeit oder Lust auf die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau hat, kann alternativ auf das Museum „Schindlers Factory“ besuchen. Hier ist die Geschichte über den zweiten Weltkrieg in einem interaktiven Museum sehr gut aufgearbeitet worden.
Mehr Infos und Tickets zum Museum*  und den anderen Sehenswürdigkeiten in Krakau findet ihr hier in unserem Artikel.

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