Sommer in Tirol – Warum die Ferienregion Imst ein echter Geheimtipp für Sommersport in Österreich ist

Wir lieben es im Sommer über ein (verlängertes) Wochenende in die Berge nach Österreich zu fahren. Raus aus der Stadt, rauf auf den Berg, den Sommer, die Sonne und sich selbst spüren. Je aktiver das Wochenende, umso besser, denn die restlichen Wochentage verbringen wir eh wieder sitzend vorm Schreibtisch.  Das soll aber keine Jammer-Aussage sein, sondern eher eine Inspiration die freien Tage im Sommer so abenteuerreich wie möglich zu gestalten. Für uns heißt das, auch mal was Neues auszuprobieren und neue Orte und Regionen zu entdecken. Ein Kurzurlaub, Weekendtrip, Mikroabenteuer (oder wie auch immer) in Österreich ist dazu eigentlich immer eine gute Idee. 

Ferienregion Imst

Viele Orte sind in Österreich übers Wochenende sehr überlaufen. Da kann die Wanderung schon mal zur Pilgerung werden und der Klettersteig zum Wartesteig. Wir waren vor kurzem übers Wochenende in Imst, eine kleine Ferienregion mitten in Tirol und haben damit einen echten "Geheimtipp" entdeckt. Imst ist ein Mekka für jegliche Sommersportarten, vor allem aber für Kletterer, Wanderer und Radfahrer perfekt geeignet. 

Während unserer 3 Tage in der Ferienregion haben wir natürlich wieder viel Bergluft geschnappt. Mit verschiedenen Wanderungen und einem Klettersteig war wieder einiges geboten. Tom konnte sogar auch etwas auf seiner Bucket List abhaken: Klettern am Fels!

Klettern in der Halle und Klettersteige kennen wir ja schon, aber Klettern am Fels war komplett neu für Tom. Umso mehr freute er sich, von Angy Eiter, eine der weltbesten Kletterinnen Tipps zu bekommen. 

Unsere Reisetipps zu Imst und Klettertipps wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten, deshalb folgt nun eine kleine Zusammenfassung:

Bunter Strauß an Sommersport-Aktivitäten

Da in der Ferienregion Imst, im Vergleich zu anderen Regionen in Österreich, der Sommer länger und der Schneefall geringer ist, kann hier beispielsweise das ganze Jahr geklettert werden. Auch im Frühsommer oder Herbst sind die Wander- und Fahrradwege meistens schneefrei. Doch es gibt natürlich noch mehr für alle Outdoor- und Adrenalinjunkies.  

1. Klettern & Boulder in der Halle und im Freien

Kein Wunder, dass ein Kletteridol wie Angy Eiter in Imst aufgewachsen ist, denn die Region ist ein wahrer Kletterhimmel. Egal ob Profi- oder Anfänger in Imst und den angrenzenden Orten kommt jeder Kletterer (ohne Anstehen und Warten) auf seine Kosten – sogar Kinder und Familien. 

 

Empfehlung: Klettergarten Reitle

Nicht unweit von unserem Hotel Linserhof befinden sich mitten im Wald versteckt große und kleine Felsen, die sich perfekt zum Bouldern und Klettern eignen. Da die meisten Routen im Schatten liegen, ist das Klettern an heißen Tag dort perfekt. Der Klettergarten ist über die Seilbahn zur Mittelstadion und einem 20-minütigem Fußmarsch erreichbar.

Klettertipps von Angy Eiter:

  • Immer versuchen, die Hüfte an die Wand, den Felsen zu bringen
  • Bewegung fertig machen, Gleichgewicht finden, dann nächster Griff (nicht schon nach nächstem Griff greifen, obwohl man noch gar keinen guten Stand hat)
  • Viel aus den Beinen klettern, nicht nur mit der Armkraft klettern
  • Versuchen Punkte zu finden, wo sich die Bewegung angenehm anfühlt
  • Hüfte immer über den zentralsten Punkt (Körperschwerpunkt) ausrichten (Hüfte also über dem gerade belasteten Fuß ausrichten)

Hört sich in der Theorie vielleicht alles komisch an, deshalb sollte man es am besten selbst ausprobieren. Und wer jetzt denkt, Klettern ist nur was für Leute mit starken Oberarmen und Schultern, der täuscht sich. Angy Eiter meinte zu uns: „Klettern ist ein kreativer Denksport. Man muss ständig ausprobieren.“ Und wir finden auch ausprobieren, Grenzen testen und vielleicht sogar überwinden, macht sehr viel Spaß! 

Klettern (am Fels) hast du noch nie gemacht? Prima – dann würden wir sagen „Challenge accepted“ – such dir einen Kletterkurs (in der Halle oder im Freien) und hake den Punkt von deiner Bucket List ab. Wer weiß? Vielleicht entdeckst du sogar eine neue Sportart für dich. Mehr Infos zu Kletterhallen und Kletterschulen in Imst findest du hier

Bei jedem Aufenthalt ist mit dem "Urlaubspass" übrigens ein kostenloser Schnupperkurs zum Bouldern & Klettern mit Trainer in der Halle mit dabei. Mehr Infos weiter unten oder hier.

2. Klettersteige in Imst

In der Region Imst und Umgebung gibt es ca. 69 Klettersteige in allen Schwierigkeitsgraden. Wenn du einen für dich passenden Klettersteig suchst, kannst du natürlich immer in der Touristeninfo direkt in Imst nachfragen. Hier erfährst du auch, ob der jeweilige Steig schon begehbar ist. Ansonsten findest du auch bei outdooractive einige Routen.

Empfehlung: Leite-Klettersteig 

Dieser Klettersteig ist kurz, aber knackig. Der 15 min Zustieg und die 1,5 Stunden Kletterlänge sind zwar nicht gerade lange, aber dafür hat der Steig einige C/D Stellen an relativ glatten Felswänden. Es ist also durchaus Armkraft gefragt, da man sich oft über das Drahtseil nach oben ziehen muss. Doch man wird belohnt von einem wunderschönen Ausblick und einem sehr kurzen 30 minütigen Abstieg zurück zum Parkplatz. Das Highlight im Steig ist eine kleine Stahlseilbrücke zum Ende und eine kleine Rastbank in der Mitte des Steigs.  

Anreise: Nach Nassereith fahren und im Ort der Beschilderung „Klettergartenparkplatz“ folgen. Anschließend rechts Richtung „Leite Klettersteig“ zusteigen.

Das schöne an diesem kurzen Steig ist, dass man ihn perfekt am Vormittag machen kann, wenn die Sonne noch nicht allzu intensiv ist.  Wer danach noch seinen Hunger und Durst stillen will, kehrt am Besten beim Restaurant Seebua direkt neben einem wunderschönen kleinen, türkisfarbenen See ein (5 Gehminuten vom Parkplatz).

3. Wanderungen in Imst

Unser Tipp Nr 1: Salvesenschlucht Tarrenz

Wer nach einer kurzen Rundwanderung im Schatten sucht, ist in der Salvesenschlucht Tarrenz genau richtig. Einfach oberhalb der Kirche in Tarrenz parken und zu Beginn dem „Hexenlehrpfad“ durch die Schlucht folgen. Über den Rotanger gelangst du nach knapp 2 Stunden wieder zurück nach Tarrenz. 

Leider hat unsere Zeit nicht gereicht für den kompletten Rundwanderweg, aber wir sind einfach bis zur Brücke mit toller Aussicht über die Schlucht gelaufen und wieder zurück. Auch schön – vor allem weil die Schlucht und der Weg durch den Wald die Hitze an dem Tag sehr erträglich gemacht hat.

Unser Tipp Nr. 2: Rosengartenschlucht

Die Rosengartenschlucht ist ein absolutes MUSS, wenn du in Imst bist. Direkt im Stadtzentrum von Imst beim Touristen-Info-Zentrum der Beschilderung folgen und nach wenigen Gehminuten spazierst du schon durch das Naturschauspiel. Das glasklare und eiskalte Schmelzwasser stürzt sich seit Jahrtausenden in der Schlucht von einem Becken in das nächste und hat daraus die wunderschöne Rosengartenschlucht gezaubert. Um ganz nah dran zu sein, läufst du auf Holzstegen, kleinen Brücken und Wanderwegen durch die Schlucht. „Ach, so schön kühl hier“, war einer unserer ersten Gedanken in der Schlucht. Aber warum eigentlich Rosengartenschlucht? Ganz einfach: Weil dort im Sommer sehr viele Alpenrosen blühen. Wir haben die ersten Ende Juni gesehen und können uns vorstellen, wie schön das aussehen muss, wenn noch mehr davon blühen im Sommer. 

Insgesamt läufst du 1,5 Kilometer von Imst durch die Rosengartenschlucht nach Hoch Imst. Dort starten auch direkt die Bergbahnen und Busse, d.h. du kannst entweder weiter wandern oder mit dem Bus zurück nach Imst fahren. Es gibt allerdings auch einen Rundwanderweg, der wieder zurück nach Imst führt.

Wir haben uns für weiter wandern entschieden und sind mit der Bergbahn bis zur letzten Bergstation Alpjoch gefahren. Weiter ging es dann über den Drischlsteig.

Good to know: Durch die Rosengartenschlucht finden von Mai bis Oktober immer am Montag um 14.00 Uhr kostenlose, geführte Wanderungen statt. Hier erfährst du nochmal mehr über die Geschichte, Tier- und Pflanzenwelt. (Anmeldung in den Infobüros von Imst Tourismus)

Unser Tipp Nr. 3: Drischlsteig (30) 

Von Hoch-Imst aus ging es für uns mit der Bergbahn hoch bis zur Endstation Alpjoch. Natürlich kannst du auch Hochwandern, aber wir sind zuvor ja schon durch die Rosengartenschlucht gewandert und haben uns deshalb die Bergbahn gegönnt (Ab der 3.Übernachtung ebenfalls kostenlos im Urlaubspass dabei). Von der Bergstation Alpjoch ging es dann über den Drischlsteig zur Muttekopfhütte und wieder hinab, vorbei an der Latschenkopfhütte, bis zur Mittelstation bzw. Untermarkter Alm. Diese 3-Hütten-Tour (Wanderweg 30 auf der Karte) dauert insgesamt 2,5 Stunden. Der teilweise ausgesetzte Drischlsteig ist nichts für Leute mit Höhenangst, aber für uns war er eines der Highlights in Imst. Gleich am Anfang hat man auf der Aussichtsplattform „Adlerblick“ eine wunderbare Aussicht auf den Steig, der Muttekopfhütte und die umliegende Bergkette. Je nach Schneelage ist der Steig ab Juni-Juli geöffnet. Mittags haben wir uns auf der Muttekopfhütte noch mit den legendären Kaspressknödeln gestärkt, bevor der Eiskaffee in der Untermarkter Alm folgte.

Bergab sind wir dann allerdings nicht gerollt, sondern mit dem Alpine Coaster runtergeflitzt. Die Tour in Verbindung mit der Rosengartenschlucht ist ein perfekter Tagesausflug. Von Hoch-Imst zurück nach Imst kommst du anschließend mit dem Bus.

Einkehrmöglichkeiten:

  • Muttekopfhütte (1. Juni bis 1. Okt. geöffnet)
  • Latschenhütte (1. Juni bis Ende Okt.; nicht täglich geöffnet)
  • Untermarkter Alm (Ende Juni bis Mitte Sept. durchgehend geöffnet)

Hier findest du verschiedene Wanderungen und die Bergbahnen im Überblick:

Wanderkarte und Bergbahnen Imst

Was auch total schön sein soll, ist der Starkenberger Panoramaweg. Ein Weitwanderweg, dessen Etappen aber auch einzeln gewandert werden können. Wie der Name schon verrät, verbindet der Weg mächtige Schlösser und Burgen der Adelsfamilie Starkenberger.

4. Alpine Coaster - längste Alpenachterbahn der Welt

Die längste Alpen-Achterbahn der Welt ist exakt 3,5 Kilometer lang und du findest sie in Imst! Diese Strecke rauscht du mit einer maximalen Geschwindigkeit von 40 km/h im Alpine Coaster hinunter. Da wir zu zweit gefahren sind und Nina ständig gebremst hat, haben wir die Fahrt deutlich langsamer, aber dafür länger genossen.

Eine Fahrt kostet 8,50 € für Erwachsene und 5,00/7,00 € für Kinder und Jugendliche. Wenn man schon mal dort ist, sollte man sich den Spaß auf keinen Fall entgehen lassen!

5. Fahrrad Fahren, Rafting, Canyoning und mehr

Für mehr Aktivitäten waren unsere drei Tage leider zu kurz, aber wir wissen, dass man hier noch viel, viel mehr machen kann. Deshalb kommen wir sicher wieder, denn Canyoning steht beispielsweise noch unabgehakt auf unserer Bucket List. Doch auch Rafting funktioniert auf dem Inn super und zwar nicht nur in der benachbarten Area47, sondern auch bei anderen Anbietern. Was natürlich beim Sommersport-Angebot in der heutigen Zeit nicht fehlen darf ist ein E-Bike-Verleih. In Imst kannst du dir vor Ort in Leihgeschäften normale Fahrräder und auch E-Bikes ausleihen. Radfahren wird hier in Imst übrigens auch groß geschrieben, denn die Infrastruktur für Radwege wird immer weiter ausgebaut. Die bisher schönsten Radwege sind der Via Claudio Augusto und der Innradweg.

Optimizer-Tipps für Imst

  • In der U-Alm (Untermarkter Alm) findet im Sommer jeden Freitag Grill & Chill ab 18.00 Uhr statt. Ein All-you-can-eat mit traumhaftem Bergpanorama und sehr leckerem Essen. Für 18€ pro Person, mehr als nur empfehlenswert!
  • Übernachten im Linserhof (tolles Bergpanorama und Badesee) oder direkt auf der U-Alm (sehr moderne Alm)
  • Weinverkostung im Weingut Flür (Ja, auch in Tirol wird Wein angebaut! Wer nicht glaub, dass hier verdammt guter Wein wächst oder wer einfach mal den Unterschied zwischen Riesling und Chardonnay erfahren möchte, bucht am besten eine Weinverköstigung im Weingut Flür) 
  • Besondere Events, wie die Bergfeuer, Genuss-Wandertage oder auch kostenlose geführte Wanderungen (mit dem Urlaubs(s)pass) findet ihr hier.
  • Anreise mit dem Zug ist von München aus super bequem: Einfach in Innsbruck einmal umsteigen und weiter bis nach Imst fahren. Dort mit Bus oder Taxi zur Unterkunft und der Urlaub kann beginnen. 

Geld sparen und mehr erleben mit dem URLAUB(S)PASS

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss, deshalb müssen wir euch natürlich noch ein richtig gutes Argument für die Ferienregion Imst verraten: Mit dem Urlaub(s)pass bekommt ihr viele Aktivitäten gratis oder vergünstigt. Beispielsweise gibt es ab 3 Übernachtungen einen freien Eintritt in die Area47 im Nachbartal Ötztal oder die kostenfreie Nutzung aller Bergbahnen. Ziemlich cool finden wir auch, dass bei jedem Aufenthalt ein Eintritt ins Schwimmbad, ein Stunde/Tag die Nutzung des Tennisplatzes und sogar ein Schnupperboulder- und Kletterkurs in der Steinblock Boulderhalle und im Kletterzentrum Imst mit Trainer dabei ist. Alle Infos zum Urlaub(s)pass findest du hier.

Ich glaube die Frage, ob sich ein Urlaub in der Ferienregion Imst lohnt, kannst du dir jetzt leicht selbst beantworten. Wer auf der Suche ist nach einem Urlaubsort in Österreich für Sommersport Aktivitäten ist in Imst genau richtig. Denn was gibt es schöneres als die Montage, an denen wir von einem leichten Muskelkater an das schöne Wochenende erinnert werden. 

Imst Tipps

Offenlegung: Diese Reise erfolgte aufgrund einer Einladung. Unsere eigenen Eindrücke und unsere Meinung sind davon unbeeinflusst.

Falls ihr Fragen zu Montenegro oder zur Hotelwahl habt, schreibt einfach in die Kommentare!


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